Skate & Bikepark Raeren

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Am Raerener Jugendheim entsteht zurzeit für 50000 Euro ein neuer Skatepark

Skaten wie die Profis

Der 13-jährige Florian Christoph aus Eynatten ist froh, demnächst zum Skaten wieder nach Raeren kommen zu können.

Der 13-jährige Florian Christoph aus Eynatten ist froh, demnächst zum Skaten wieder nach Raeren kommen zu können.

Diese Simulation zeigt, wie der neue Skatepark aussehen wird.

Diese Simulation zeigt, wie der neue Skatepark aussehen wird.

 

 

Von Cynthia Lemaire

Raeren

In Raeren wird zurzeit gebohrt, gesägt und geschraubt, was das Zeug hält. In wenigen Wochen soll er fertig sein, der neue Skatepark am Jugendheim. 50000 Euro kostet das Projekt, das optimalen Fahrspaß für Skateboard-, Inline- und BMX-Fahrer bieten soll.

Neugierig haben sich die zukünftigen Nutznießer der neuen Anlage am Jugendheim versammelt, die meisten sind mit ihrem Bike gekommen und schauen den Profis der auf Skateanlagen spezialisierten Firma »Camp Ramps« aus Stolberg beim Arbeiten zu. Doch nicht nur das: Die Jungs packen mit an, tragen Bretter, helfen beim Zusammenschrauben der verschiedenen Elemente oder kehren Holzspäne zusammen. Das kann Jugendarbeiter und Leiter des Jugendheims, Tom Rosenstein, nur begrüßen. Wer bei der Verwirklichung einer Sache hilft, geht bekanntlich auch danach vernünftig mit ihr um.

Jugendliche halfen bei Konzepterstellung

Die neue Anlage entseht auf ausdrücklichen Wunsch der Skater und Biker, die nach dem Abriss der in die Jahre gekommenen Vorgängerin fast ein Jahr ohne Skatemöglichkeit in unmittelbarer Nähe auskommen mussten und schon eine Unterschriftenaktion gestartet hatten. »Vor rund zwölf Jahren ist hier die erste Skatebahn von den damaligen Verantwortlichen des Jugendheims erbaut worden«, erinnert sich Tom Rosenstein. »Seitdem ist sie über die ganzen Jahre hinweg immer benutzt worden. Früher hauptsächlich von Skateboardern und Inlinefahrern, mittlerweile sind BMX-Räder voll im Trend.«

Die Antwort auf die Frage, ob Raeren eine neue Anlage für die Skater braucht, lag also auf der Hand. Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde ausgetüftelt, wie diese aussehen soll und welcher Aufbau an dem Standort Sinn macht. Sogar im Skatepark Heerlen hat Tom Rosenstein Anregungen gesammelt. »Uns ging es darum, die 15 mal 30 Meter große Fläche optimal zu nutzen und multifunktionell zu gestalten, damit sie Fahrspaß für alle Skater und Biker bietet«, erzählt er. Heraus kam ein durchdachtes Konzept, das auch die Gemeindeverantwortlichen sowie die Jugendministerin überzeugte. Die DG finanziert das Vorhaben mit 60 Prozent und auch die König- Baudouin-Stiftung hat eine Bezuschussung zugesagt. 10000 Euro steuert die Gemeinde Raeren bei. Dass sie hinter dem Projekt steht, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Gemeindearbeiter am Mittwoch mit schwerem Gerät zur Stelle waren, als es galt, ein 1,5 Tonnen schweres Betonelement auf den Platz zu manövrieren.

Florian Christoph (13) und Niels Tintel (17) sind wie viele andere Jugendliche der Gemeinde Raeren fast täglich mit ihrem Bike an der Baustelle, packen mit an oder wagen schon die eine oder andere Testfahrt auf der »Quarter Hip«. Ab 300 Euro aufwärts kostet so ein Bike, das mit einem klassischen Drahtesel nicht viel gemein hat. Kleine Reifen von lediglich 20 Zoll, tiefer Sattel und ein Lenker, der sich um 360 Grad drehen lässt, zeichnen die Räder aus. Zum Fahren recht unbequem, zum Springen umso geeigneter. »Bremsen gibt’s nicht«, schmunzelt Niels und demonstriert, wie er den hinteren Reifen während der Fahrt mit dem Fuß abbremsen kann. Er und seine Kumpels freuen sich auf die Anlage: »Sonst müssen wir immer bis nach Eschweiler oder Heerlen fahren.«

Der Profifahrer zeigt, wie es geht

Das Highlight des Tages ist allerdings, wenn Rampenbauer und Profifahrer Hannu Cools (30) sich auf sein Bike schwingt. Der gebürtige Antwerpener fährt seit zwölf Jahren BMX, hat schon bei Wettkämpfen in den USA, Kanada und Australien teilgenommen. Wenn er fährt, sind alle Augen und Handykameras am Raerener Jugendheim auf ihn gerichtet.

Die Firma Camp Ramps hat auch schon an der Eupener Skateranlage im Josephine-Koch-Park Hand angelegt. »Das Tolle ist, dass die Firmeninhaber selber Bike fahren, und das auf relativ hohem Niveau«, so Tom Rosenstein: »Wer könnte also besser für den Job geeignet sein, als sie?«

Am 17. September wird der neue Skatepark am Jugendheim Raeren offiziell eingeweiht. Bis dahin sollen auch Hinweisschilder mit Sicherheitsvorkehrungen angebracht werden. »Es ist ein öffentlicher Platz, ich kann die Jungs nicht zwingen, Schutzkleidung und Helm zu tragen, aber ich kann es anregen«, ist sich der Jugendarbeiter bewusst.

Nehmen die Jugendlichen sich den Profi in jeder Hinsicht zum Vorbild, dürfte es keine Probleme geben: Hannu Cools steigt nur mit Helm und Knieschoner aufs Bike.

Bilder vom Bau